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Extra 3 erklärt die Massentierhaltung- sehenswert!

http://www.ardmediathek.de/tv/extra-3/

Foto: ARD

Wasserverbrauch:

Wussten Sie, das zur

Produktion eines Kilos

Rindfleisch

15.455 Liter Wasser

benötigt werden?

Damit könnte man

1 Jahr lang

täglich duschen!

Unterschiedliche Standpunkte bei der Podiumsdiskussion

Ob der Wähler nun weiß, wen er wählen soll? Vier Kandidaten der im Bundestag vertretenen Parteien waren bei uns in der Lawi zu Gast um unter dem Titel „Global denken, lokal handeln“ über die Themen Natur, Gesundheit, artgerechte Tierhaltung und zukunftsfähige Landwirtschaft zu diskutieren. 70 Zuhörer verfolgten die Veranstaltung und stellten kritische Fragen.

Der erste, der vom Moderator Georg Knipping gebeten wurde eine Stellungnahme abzugeben, war Marc Henrichmann der Kandidat der CDU. Er betonte, dass Landwirtschaft und alle anderen Gruppen im Gespräch bleiben sollten. Doch wenn es um konkrete Maßnahmen zum Tierschutz ging, blieb der Kandidat eher vage. Er betonte aber, dass es gut sei, dass vieles im Fluss sei: „Die Haltungsbedingungen sind auf dem Prüfstand und das ist auch gut so“.

Friedrich Ostendorff (MdB, Grüne) wurde da schon konkreter: „Die gesellschaftliche Akzeptanz der Tierhaltung so, wie sie jetzt besteht, ist nicht mehr gegeben“, meinte er. „Wir müssen handeln!“ Sein Wunsch für die Zukunft: “Ich möchte den Umbau der Tierhaltung noch begleiten.“ Auch die ökologische Entwicklung verlange eine Neuorientierung der Landwirtschaft:  Artensterben, Insekten verschwinden, Vogelarten, die früher hier lebten, und Bienen sterben aus!

Dr. Gernod Röken forderte eine konsequente Umsetzung der Düngeverordnung. „Zum Erhalt der Artenvielfalt muss mehr getan werden“, fordert er.  Aber das koste eben auch Geld. Genauso wie die Anpassung der Tierhaltung an die natürliche Lebensweise. Durch eine gerechtere Verteilung der Gewinne sei dies auch finanzierbar, so der Linke. Eine Wiederzulassung von Glyphosat hält er – anders als Marc Henrichmann – für fahrlässig. Mehr Kontrollen sollen die Einhaltung der Vorschriften garantieren.

Rainer Spiering (MdB) von der SPD war an diesem Abend für den Kandidaten Ulrich Hampel eingesprungen, da dieser bei Martin Schulz in Münster weilte. Er ist Mitglied im Agrarausschuss und  bezeichnete sich als Vertreter der klassischen Landwirtschaft. Der SPD-Mann meinte, dass einige der Probleme durch eine bessere Nutzung der IT gelöst werden können. Auch er äußerte sich kritisch zum Glyphosateinsatz und verlangte eine weitere Reduktion des Antibiotikaeinsatzes. Weiterhin forderte er, dass die bäuerliche Landwirtschaft vor dem Zugriff von Großinvestoren geschützt werden müsse.

Nach den Statements der Politiker nutzten viele Zuhörer die Möglichkeit Fragen zu stellen. Zunächst ging es darum, wie das Vertrauen der Bevölkerung in die Landwirtschaft wieder hergestellt werden könne. Friedrich Ostendorff meinte, dass die Landwirtschaft bereit sein müsse, sich in Frage zu stellen, bevor weitere Maßnahmen greifen. „Wir müssen zudem Produkte liefern, die ehrlich sind“, so der agrarpolitische Sprecher der Grünen im Bundestag. Eine wichtige Maßnahme sei, dass Produkte gekennzeichnet werden, so dass die Verbraucher wissen, was sie kaufen.

Rainer Spierling (SPD) wies ebenfalls darauf hin, dass fehlendes Vertrauen nur durch bessere Transparenz hergestellt werden könne.

Weitere Themen, die den Zuschauern auf den Nägeln brannten, waren der Einsatz von Glyphosat und die Gefährdung des Grundwassers durch Gülle, der Einsatz von Reserve-Antibiotika in der Tierhaltung, die  hohen Tierzahlen im Kreis Coesfeld sowie der Import von Käfigeiern aus dem Ausland. Hier forderte Ostendorff, dass die neue Regierung endlich handeln müsse: „Der Gesetzentwurf zur Unterbindung dieses Handels war bereits unter Rot-Grün fertig, ist aber von der aktuellen Regierung nicht weiterverfolgt worden“.

Feststellbar war, dass sich der Kandidat der CDU relativ moderat äußerte, es hingegen zwischen Grünen und Linken offensichtlich einige Übereinstimmungen gab. Rainer Spierling von der SPD outete sich als Vertreter der konventionellen Landwirtschaft und sah einen Lösungsansatz darin, dass man die technischen Möglichkeiten noch weiter ausnutzen müsse um Fortschritte z.B. beim Einsatz vor Spritzmitteln zu erzielen. Wie das allerdings finanziert werden solle, blieb offen.